Beim nächsten Verbandstag des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) steht eine richtungsweisende Entscheidung an, die den Spielbetrieb nachhaltig verändern könnte. Es geht um die Zukunft der Zeitstrafe – ein Instrument, das bislang vor allem im Amateur- und Jugendfußball Anwendung findet.
Hintergrund der Debatte ist eine Regeländerung auf internationaler Ebene: Das derzeit im Saarland praktizierte Modell der Zeitstrafe ist nach den aktuell gültigen Vorgaben des International Football Association Board (IFAB) nicht mehr regelkonform. Der Verband ist daher gezwungen, die bestehende Praxis anzupassen.
Um den Vereinen frühzeitig eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten, hat der SFV den Vereinsvertreterinnen und -vertretern im Vorfeld des Verbandstages ein Informationspapier zur Verfügung gestellt (s. Abbildung unten). Darin wird unter anderem das Modell „Gelbe Karte Plus“ vorgestellt, das als mögliche Alternative zur bisherigen Zeitstrafe diskutiert wird. Am Verbandstag selbst haben die Vereine letztlich zwei Optionen zur Auswahl:
1.) die Einführung des Modells „Gelbe Karte Plus“ oder
2.) die vollständige Abschaffung der Zeitstrafe.
Brisant: Die Entscheidung wird nicht differenziert nach Spielklassen getroffen. Sie gilt einheitlich sowohl für den Aktiven- als auch für den Jugendbereich und hätte damit direkte Auswirkungen auf den gesamten Spielbetrieb im Saarland. Zur weiteren Information und zum Austausch bietet der Verbandsvorstand am 17. März um 18:00 Uhr eine digitale Sprechstunde in Form einer Videokonferenz an. In diesem Rahmen soll die Thematik der Zeitstrafe nochmals ausführlich erläutert werden, zudem haben die Vereine die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Details zur Teilnahme will der Verband rechtzeitig bekannt geben.
Verbandsschiedsrichterobmann Thorsten Braun betont die Bedeutung einer gut vorbereiteten Entscheidung und steht gemeinsam mit dem Verband für Rückfragen zur Verfügung. Klar ist schon jetzt: Die Diskussion um die Zeitstrafe dürfte beim kommenden Verbandstag zu den zentralen Themen gehören.
Zum Hintergrund: Vergehen, bei denen Spieler, welche sich auf dem Spielfeld befinden, mit einer Zeitstrafe bestraft werden ("Gelbe Karte Plus"):
- Simulieren: Absichtliches Vortäuschen eines Fouls (z. B. Schwalbe)
- Absichtliches Verzögern der Spielfortsetzung des gegnerischen Teams (z. B. Ball wegschießen oder Freistoß blockieren)
- Unsportliches Protestieren durch verbale Äußerungen oder Gesten (z. B. Reklamieren oder Abwinken)
Unzulässiges Täuschen beim Strafstoß durch den Schützen
Alle anderen verwarnungswürdigen Vergehen (z. B. rücksichtsloses Foul oder taktische Vergehen) dürfen nur mit einer Gelben Karte geahndet werden.
